Risiko Management - tot oder lebendig?
Lauri Karp. Dienstag, 9. Dezember 2008
Die Phase der „Entscheidungsdeflation“ ist eingeläutet worden: Der Schock über die abrupte Verschlechterung der Wirtschaftslage sitzt tief in den Köpfen der Konsumenten, denn morgen kann die Marktlage für eine Kaufentscheidung noch günstiger sein. Entscheider in der Finanzbranche bilden hier keine Ausnahme. Die leidige Diskussion pro und contra Risiken aus derivativen Geschäften führt zu einer ähnlichen Entscheidungsstarre.
Fakt ist, dass die knappe Kapitaldecke in vielen nicht-börsennotierten Unternehmen weiterhin durch unvorhergesehene Finanzmarkt-bewegungen angegriffen wird. Diese Volatilität zu kontrollieren und dadurch Unternehmen mehr Freiräume für operative Entscheidungen zu verschaffen, ist der Hauptnutzen von Risiko Management. Also doch lebendig? Subjektiv spricht vieles dafür. Wenn der Markt „Deflation“ handelt, denken die Langfristplaner angesichts der erfolgten Not-Liquiditätsspritzen an „Inflation“. Niedrigere Rohstoffpreise, reduzierte Förderinvestments, schüren Angst vor wieder steigenden Preisen. Die Freude am stärkeren Dollar-Kurs wird durch die Vorahnung eines möglichen Kurskollapses getrübt. Diese Widersprüche können kaum ein klareres Signal für den Einsatz von derivativen Abischerungs-instrumenten geben.
„Zu jedem Tango braucht man zwei Partner“
Noch nie war die Liste der verbliebenen Bankpartner kürzer. So sehr die Unternehmen die Banker zum Tanz aufrufen, so ungern wird die Einladung angenommen. Somit doch tot, wenn der Partner nicht wollte.
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