Nobel-Preis goes to?.... Karl Marx?
Lauri Karp. Mittwoch, 11. März 2009
Die Medienwelt feierte jüngst Ihre Oscar-Stars. Stellt sich die gleiche Situation in der Wirtschaft? Wurde im letzten Jahr der Falsche mit dem Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ausgezeichnet?
Kernaussagen von Paul Krugmans Wirtschaftstheorien klingen heute wie aus einer anderen Welt:
- Internationaler Handel ist für alle vorteilhaft
- „Economies of Scale“ bringen Vorteile (Beispiel Autoindustrie)
- Industriepolitik ist verfehlte Politik, Globalisierung soll ohne Eingriffe stattfinden
Sollten in diesem Jahr Karl Marx und John Maynard Keynes den Preis postum erhalten?
Vieles spricht dafür. Noch nie wurden so umfassende fiskalische Maßnahmen diesen Ausmaßes weltweit angekündigt. Selbst die Nationalisierung der Banken im Kernland der Marktwirtschaft ist kein Tabuthema mehr. Und die Protektionismusdiskussion entfacht alte Erinnerungen an die Zeit vor dem europäischen Integrationsprozess.
Bei all diesen Schlagzeilen wird vergessen, dass Paul Krugman in den letzten Jahren Hintergründe der Entstehung von Währungskrisen korrekt beschrieben und sehr frühzeitig vor einer Immobilienblase in den USA gewarnt hat.
Keine Regel ohne Ausnahme. Momentan belastet uns der wohl größte derartige Extremfall – mehrere Märkte funktionieren ohne Staatseingriffe nicht mehr. Für das Ausrufen eines Paradigmenwechsels in Richtung eines dauerhaften „mehr Staat“ ist dies jedoch noch nicht der Beweis.
„Manche Leute rufen nach einer Veränderung und hoffen heimlich, daß andere sie verhindern werden.“
[Pavel Kosorin]
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