Elementare Sicherheit
Lauri Karp. Donnerstag, 14. Mai 2009
Zinsen, Währungen und Rohstoffe sind keine stillen Statisten. Die Menge unterschiedlicher Einflüsse auf den Rohstoffpreis überfordert sogar manchen Prognose-Profi. Finanzplanungs-Experte Lauri Karp gibt Tipps für eine bessere Kalkulation. (Der Familienunternehmer ASU-Magazin 03.09.)

Kontrahierte Abnahmeverträge: Sie bilden meist die Basis, um die Versorgung mit Rohstoffen sicherzustellen. Menge und Preis werden dabei festgeschrieben. Diese »gefühlte« Sicherheit birgt jedoch Schwächen. So wird beispielsweise eine schwankende Auftragslage oder notwendige Rohstoff-Substitution kostspielig, wenn der Vertrag aufgelöst werden muss. Die Trennung von Bezugsmanagement und Praxis löst das Problem: Der Einkauf sichert weiterhin die Beschaffung zu günstigen Tageskonditionen. Für die langfristige Planung sorgt in enger Abstimmung die Finanzabteilung durch derivative Finanzinstrumente.
Separate Preisvereinbarungen
Etablierte Finanzinstrumente, genauer gesagt Rohstoffswaps, die über drei Jahre und bereits in Größenordnungen ab 60 metrische Tonnen pro Monat für Diesel und 25 metrische Tonnen u.a. für Aluminium und Kupfer kontrahierbar sind, können auch von kleineren Unternehmen genutzt werden. Der vertragliche Aufbau ist einfach: Ein Rohstoffswap verkörpert eine separat vom Rohstoffgeschäft abgeschlossene Preisvereinbarung mit der Bank. Der Kunde (Sicherungsnehmer) zahlt monatlich einen vorab für die Laufzeit bestimmten Festpreis an das Kreditinstiut und erhält einen variablen Referenzpreis. Dieser orientiert sich an den gehandelten Marktpreisen und soll die Veränderung des Tagespreises in der Beschaffung möglichst genau abbilden. Steigt der Referenzpreis, erhält der Kunde einen finanziellen Ausgleich. Im umgekehrten Fall bekommt die Bank vom Kunden eine Ausgleichszahlung. Die Vorteile: Transparenz durch Börsenpreise; in Verbindung mit der Bezugsmenge eine Absicherung gegen steigende Preise; Kalkulationssicherheit für längere Laufzeiten. Die Marktkonditionen lassen sich jederzeit auflösen, und Kombinationen mit Rohstoffoptionen für die Anpassung an Auftragslagen sind möglich. Nach dem Prinzip »Festpreis, Preisobergrenze oder Zwischenlösung« können fast beliebige Sicherungsinstrumente maßgeschneidert werden. Experten wie KFPD helfen dabei, diese Geschäfte zu planen und zu bewerten.
Rohstoffabsicherung
Der Einkauf von Diesel (Dichte 0,845 kg/l) wird durch einen Rohstoffswap (Laufzeit Mai 2009 bis Mai 2011) abgesichert. Ausgleichszahlungen aus dem Derivat kompensieren die Preisveränderungen. Das Unternehmen hat Kalkulationssicherheit.
Transaktion akt. Marktsituation Dieselpreis +10% Dieselpreis -10%Kauf Diesel 100 MT/Monat (Grundgeschäft) -1.055.075 -1.161.566 -950.372 Rohstoffswap auf Dieselkauf 100 MT/Monat 106.491 -104.702 Netto-Zahlungen (US-$) -1.055.075 -1.055.075 -1.055.075 MT = metrische Tonnen.
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