Sicherer Hafen - achten Sie auf „X“!

Lauri Karp. Montag, 22. Juni 2009

Gibt es wirklich sichere Häfen? Viele Analysten würden in Sekundenschnelle drei Klassiker aufzählen: Gold, Juwelen und Staatspapiere. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise im 4. Quartal 2008 und währen der Diskussion um die Stabilität und Zusammenhalt der EURO-Zone kam ein vierter sicherer Hafen dazu – Geldscheine mit „X“

euro_Xseries.jpgIn verschiedenen Medien finden sich hierüber Berichte, die zum Stirnrunzeln anregen. Angesichts des fragil anmutenden Zustands der Banken waren viele Menschen verunsichert und wollten nicht mehr darauf vertrauen, dass sich ihre Ersparnisse bei den Bankhäusern in sicheren Händen befinden: Sie horteten Bargeld. Jedoch waren einige von ihnen, so wurde berichtet, dabei besonders wählerisch, welche Banknoten sie hierfür verwendeten. Angeblich wären Euro-Scheine, deren Seriennummern ein „X“ vorangestellt war, „sicherer“ als andere und wurden bevorzugt, schreibt z.B. The Economist im Juni 2009. Der Druck dieser X-Scheine, das bestätigt die EZB auf ihrer Internetseite, wurde von Deutschland in Auftrag gegeben. Banknoten mit „U“ (jene aus Frankreich) und „P“ (Niederlande) wurden von den Sammlern ebenso akzeptiert. Scheine mit „Y“ (Griechenland) und „S“ (Italien) jedoch galten als weniger sichere Anlage und wurden gemieden. Dass selbst ein deutsch/amerikanischer Wirtschaftsprofessor solche „Anlagetips“ in die Öffentlichkeit bringt, macht sie jedoch nicht empfehlenswerter.

Ist das „X“ der Buchstabe für diejenigen, die davon ausgehen, dass man am Tage des jüngsten Gerichts der Finanzmärkte besser nicht auf den Fortbestand des europäischen Währungsraums vertraut? Nein, sollte einer der europäischen Staaten die Währungsgemeinschaft verlassen, wäre jeder 5-Euro-Schein weiterhin 5 Euro wert – egal, welcher Buchstabe vor der Seriennummer steht. Die Euro-Banknoten sind eine gemeinsame Verbindlichkeit aller Mitgliedsländer der Eurozone.

Jedoch differenzieren die Märkte sehr wohl bei Euro-denominierten, verzinslichen Schuldverschreibungen der Euro-Staaten zwischen „X“ und „Y“. Thomas Härter von Swisscanto hat dazu bereits im März in der Wirtschaftswoche auf das Risiko der „Ich bin systemrelevant“-Erpressung bei Nationalstaaten hingewiesen (deren Systemrelevanz durchaus als real zu bezeichnen ist). Die kapitalintensive Rettung eines Staats vor dem Bankrott wäre das eigentliche Risiko für den Wert des Euros. Egal, ob er als Schein oder auf Konten gehalten wird.

Aktuelle Nachrichten

Neue Gruppierung und weitere Kennzahl zur Zinsportfolioanalyse im sals.a-Cockpit

10.11.2011  Kategorien: Neue Funktionen 

EONIA-Darlehen

10.11.2011  Kategorien: Neue Funktionen 

Neue Zinskurve EUR1M

10.11.2011  Kategorien: Neue Funktionen 

Mehr Komfort im Geschäftserfassungsfenster

08.11.2011  Kategorien: Neue Funktionen 

Erweiterte Filtermöglichkeiten & Speichern von Ansichtsoptionen

08.11.2011  Kategorien: Neue Funktionen 

sals.a Newsletter

Unser E-Mail-Newsletter informiert Sie übersichtlich über neue Funktionen in sals.a. Praxisorientierte Beiträge zum Thema Absicherung von Finanzrisiken ergänzen jede Ausgabe.

Außerdem erhalten Sie unseren sals.a Blickpunkt, der Informatives aus der Welt des Risikomanagements mit Derivaten auf den Punkt bringt.


Zur elektronischen Übermittlung und Speicherung Ihrer Daten beachten Sie bitte unsere Datenschutzerklärung

Ihre Daten werden selbstverständlich keinem Dritten außerhalb der sals.a-Gruppe für Werbezwecke oder ähnliches zugänglich gemacht.
KFPD 2007-2012 Alle Rechte vorbehalten  |  Impressum  |  Sicherheit & Datenschutz  |  Haftungsausschluss