Special: Wichtige Hinweise zur Darlehenserfassung mit Blick auf die Abbildung von Zinsanpassungsterminen
Norman Winterling, Erik Süptitz. Freitag, 3. September 2010
Die Analyse von zukünftig stattfindenden Zinsanpassungen laufender Darlehen ist eine zentrale Aufgabe im Finanzbereich. Um hier sinnvolle Auswertungsergebnisse aus sals.a zu erhalten, ist für diese Analysen entscheidend, wie die Erfassung der Geschäfte in sals.a vorgenommen wurde.
Ein klassischer Fall ist das sehr lang laufende Darlehen (z.B. 20 Jahre) mit 10-jähriger Festzinsbindung. Der Blick richtet sich hier auf das potenzielle Zinsrisiko bei Auslaufen des vereinbarten Festzinses. Darüber hinaus stellt jeder Zinsanpassungs-Termin auch eines variablen Darlehens ebenfalls solch einen Punkt dar, an dem der für eine Periode feste Zins sich ändern wird. Dabei ist unerheblich, ob dieser Zins (z.B. beim 3-Monats-Euribor) nur 3 Monate gilt oder auf 5 Jahre festgelegt wurde und nun ausläuft. Zu jedem dieser Termine bietet sich den Finanzverantwortlichen die Möglichkeit, eine Festschreibung oder Begrenzung des Zinssatzes zu beginnen.
Häufig werden insbesondere auslaufende, vormals längere Festzinsbindungen für die Planung einer Anschlussfinanzierung verwendet. Diese (in sals.a ebenfalls „Anschlussfinanzierung“ genannte) Phase wird sodann Teil von Plangeschäften.
Nachfolgend finden Sie wichtige Hinweise für die Erfassung dieser bestehenden Geschäfte und ihre Planung in der Zukunft. Da eine Anpassung des Geschäftsbestandes bei umfangreichen Portfolien sehr arbeitsaufwendig sein kann, empfiehlt sich die Festlegung der anzuwendenden Methode bereits im Vorhinein. Bei Fragen zur Geschäftserfassung kann Ihnen das sals.a-Serviceteam selbstverständlich gern wertvolle Hinweise geben! Die richtige Erfassung ermöglicht sodann eine korrekte Auswertung beispielsweise bei der Ansicht „Restschuld zum Zinsbindungsende“ in der Hauptansicht, bei der die Geschäfte mit dem Restnominal zum nächsten Referenzzinsfixingtermin oder Umschuldungstermin angezeigt werden.
Es gibt zwei Möglichkeiten, wie Geschäfte in sals.a erfasst werden können, wenn eine Umschuldung/Zinsanpassung in der Zukunft ansteht.
Variante A ist die von sals.a empfohlene Methode zur Erfassung von Darlehen, die refinanziert werden sollen. Hier ist bereits die Anschlussfinanzierung als Plangeschäft enthalten. Diese Geschäftsart ermöglicht die optimale Ausnutzung der Möglichkeiten in sals.a. Variante B ist eine Alternative zu diesem Vorgehen, die jedoch Besonderheiten aufweist. (Auf die Details der Erfassung in den verschiedenen Geschäftsarten wird hier verzichtet. Bitte konsultieren Sie hierzu unser Nutzerhandbuch, das die Einzelheiten beschreibt.)
Variante A - die sals.a-Empfehlung
1. Ursprungsfinanzierung
Sie öffnen die Eingabemaske für eine Refinanzierung und tragen auf der Seite „Ursprungsfinanzierung“ die entsprechenden Parameter ein, wie sie Ihnen von der Bank mitgeteilt wurden. Nutzen Sie die „Cash-Flow Vorlage“ um als erstes die Geschäftsart (im Beispiel „Feste Zinsen“) auszuwählen. Beachten Sie außerdem im Abschnitt Tilgung die Option ‚Tilgung vor Umschuldung‘ und aktivieren Sie sie gegebenenfalls.
2. Anschlussfinanzierung
Bei den eingangs genannten „klassischen“ Darlehen sollte üblicherweise jener Teil des Darlehens in der Anschlussfinanzierung auf der rechten Seite der Geschäftsmaske erfasst werden, der nach Ende der Festzinsphase die Restlaufzeit des Kredits (bis zum Ende der Kreditzusage) bildet.
Alternativ erfassen Sie hier direkt eine fiktive Anschlussfinanzierung. Wählen Sie z.B. „variable Zinsen“ in der Cash-Flow Vorlage aus und simulieren Sie mit Hilfe von Zinsfixing und Referenzzins in den Experteneinstellungen ein Festzinsdarlehen, das auf Änderungen des Zinsumfeldes reagiert. Die Geschäftsart „Variable Annuität“ verwenden Sie, um eine annuitätische Struktur abzubilden, bei der der Festzins ebenso wie beim simulierten Festzinsdarlehen mit dem Zinsumfeld „atmet“. Diese Simulationsmöglichkeiten sind sehr nützlich, um Zinsrisiken aus noch nicht abgesicherten Geschäften darzustellen.
Vor- und Nachteile dieser Variante:
- Anschlussfinanzierung ist direkt im Geschäft erfasst, Änderungen des Nominals der Ursprungsfinanzierung (z.B. durch Sondertilgungen) wird in die Anschlussfinanzierung „weitergereicht“ [+]
- Anzahl der Geschäfte im Portfolio bleibt überschaubar [+]
- Spezielle Optimierung via Doppelswap ist auf Knopfdruck simulierbar [+]
- Bei erneuter Umschuldung in der Zukunft ist eine Neuerfassung des Darlehens notwendig [-]
- Keine explizite Trennung von Ist- und Planverschuldung im Portfolio [-]
Variante B - die alternative Erfassung
1. Erfassung der Grundparameter
Sie öffnen die Eingabemaske für ein Festzinsdarlehen und tragen die entsprechenden Parameter des Geschäfts ein, wie sie Ihnen von der Bank mitgeteilt wurden. Hier können Sie das Geschäft bis zum Ende der Zinsbindung oder bis zur Fälligkeit eingeben. (Ebenso ist selbstverständlich die Abbildung eines annuitätischen Darlehens über die entsprechende Eingabemaske möglich.)
2. Neuer Zinslauf (optional)
Im Abschnitt Experteneinstellungen können Sie einen neuen Zinslauf, also einen ggf. abweichenden Festzins ab einem festgelegten Zeitpunkt sowie den entsprechenden Zins eintragen. Hier können Sie auch nur ein Datum in „Neuer Zinslauf ab“ erfassen und den Zins zunächst offen lassen. Die Auswirkung dieser Eingabe erläutern wir weiter unten. Speichern Sie danach Ihr Geschäft ab.
3. Anschlussfinanzierung
Das Geschäft läuft nun, abhängig von Ihrer Eingabe unter Punkt 1, bis zur Fälligkeit oder dem festgelegten Umschuldungstermin. Möchten Sie für einen noch bestehenden Restbetrag eine fiktive Anschlussfinanzierung erstellen, wählen Sie unter Hinzufügen das Instrument „Variables Darlehen“ und füllen Sie es mit den Grundparametern. Dies entspricht der Phase der Anschlussfinanzierung in der Geschäftsart „Refinanzierung“ und in der Praxis dem zumeist bei Darlehensbeginn noch nicht abgesicherten zweiten Teil nach der Festzinsbindung.
Unter Experteneinstellungen können Sie über das Zinsfixing und den Referenzzins ein Festzinsdarlehen simulieren, was auf Zinsänderungen/-entwicklungen am Markt reagiert oder Sie wählen, wie oben beschrieben, direkt die Geschäftsart „Variable Annuität“ und erhalten so eine annuitätische Struktur für Planungszwecke.
Vor- und Nachteile:
- Konkrete Abgrenzung der einzelnen Geschäftsabschnitte [+]
- Anschlussfinanzierung muss komplett neu eingegeben werden und ist nicht mit der Ursprungsfinanzierung verknüpft (z.B. für Nominalberechnung) [-]
- Höhere Anzahl an Geschäften, eventuell Nachteile bei der Übersichtlichkeit [-]
- Doppelanzeige bei variablen Darlehen. Das Referenzzinsfixingdatum des Ursprungsgeschäfts wird angezeigt sowie das der als eigenes Geschäft erfassten Anschlussfinanzierung. [-]
Die Art der Erfassung wirkt sich auch auf die Auswertungen durch das Reporting aus. Die Kennzahl Restschuld zum Zinsbindungsende und die Grafik Restschuldvolumen an Zinsanpassungsterminen (ohne Derivate) im Report Übersicht Nominale haben eine spezielle Logik hinterlegt.
Die für diese Auswertung relevanten Zinsanpassungstermine sind bei
- variablen Geschäften das Referenzzinsfixingdatum und
- bei Festzins- oder Annuitätendarlehen der neue Zinslauf. Ein neuer Zinslauf, der bereits aktiv ist, wird nicht in die Auswertung einbezogen. Es ist hierbei nicht relevant, ob der neue Zinssatz bekannt/erfasst ist oder noch nicht.
- Ein zukünftiges Festzins- oder Annuitätendarlehen wird sals.a auf Grund des bekannten Festzinses grundsätzlich nicht in der Übersicht anzeigen.
Für die Auswertungen der Kennzahl Restschuld zum Zinsbindungsende bedeutet das folgendes:
- Variable Darlehen (auch die variable Annuität) [1] werden durch ihr Referenzzinsfixingdatum entsprechend eingeordnet. Dies ist sehr wichtig! Da bei dieser Auswertung das Zins- und nicht das Liquiditätsrisiko im Vordergrund steht, zeigt sals.a beispielsweise am Ende eines variablen Darlehens nicht den Rückzahlungsbetrag sowie das zugehörige Datum. Stattdessen wird die Einordnung in die Auswertung auf Basis des (hier: letzten) Referenzzinsfixing-Termins (vor Fälligkeit) vorgenommen! Dies gilt gleichermaßen für Zeitpunkte, an denen Zinsen während der Laufzeit neu festgelegt werden.
- Festzins- und Annuitätendarlehen ohne neuen Zinslauf [2] oder mit bereits aktivem neuem Zinslauf werden unter „Ohne anstehendes Zinsbindungsende“ mit einer Restschuld von Null geführt und nehmen keinen Einfluss auf die Auswertung.
- Festzins- und Annuitätendarlehen mit einem neuem Zinslauf [3] in der Zukunft (d.h. mit vorgegebenem Datum in „Neuer Zinslauf ab“) werden in das entsprechende Jahr (bzw. Monat/Tag) eingeordnet. Dabei ist es nicht relevant, ob der der neue Zinssatz bereits bekannt/erfasst ist.
- Bei Variablen Annuitäten [4] wird der simulierte Festzins am Beginn des Geschäfts bestimmt. Vor Laufzeitbeginn liegt hier noch ein Zinsänderungsrisiko vor und wird von sals.a in der Kennzahl „Restschuld zum Zinsbindungsende“ ausgewiesen.
- Refinanzierungen [5] werden je nach Art der Cash-Flow Vorlage (feste oder variable Zinsen) wie die oben genannten Geschäftsarten behandelt.
Hinweis: Möchten Sie ein zukünftiges Festzins- oder Annuitätendarlehen ebenfalls in der Übersicht angezeigt sehen und nicht unter „Ohne anstehendes Zinsbindungsende“, können Sie unter den Experteneinstellungen das Startdatum des Geschäfts in das Feld Neuer Zinslauf ab eintragen. Das Feld Neuer Zinssatz kann frei bleiben. Das Geschäft wird zum entsprechenden Zeitpunkt des neuen Zinslaufbeginns eingeordnet. [6]

Dieser Artikel bezieht sich auf Grundgeschäfte und deren Auswertung der Zinsanpassungen. Die Erweiterung dieser Funktionalität um die Berücksichtigung von Derivaten ist gegenwärtig in Vorbereitung. Hierüber werden wir nach Fertigstellung informieren.
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